Diesmal allerdings eher kritisch.

Denn unter dem Titel

WM-Gedanken: Mein Problem mit Frauenfußball

schreibt Matthias Heitmann einen Artikel über seine Abneigung gegen Frauenfußball und die „Verweichlung“ des Männerfußballs.

Relativ am Ende:

Von der traditionellen Gewissheit, dass das Fußballstadion der einzige Ort sei, an dem Erwachsene nicht nur hemmungslos weinen, sondern auch das Wort „Wichser“ schreien können, so oft und so laut sie wollen, ohne die geringste Aufmerksamkeit zu erregen, wie es Nick Hornby in seinem Roman „Ballfieber“ liebevoll schildert, entfernen wir uns immer mehr. Der „familienfreundliche Fußball“, dessen Reinform offensichtlich der Frauenfußball darstellen soll, läutet nicht nur den Rückzug des kämpferischen Fußballsports zugunsten eines sauberen, aber auch emotionslosen Abziehbildes ein. Er bereitet gleichzeitig den Niedergang des kulturellen Phänomens Fußball als einem der letzten Refugien von Freiheit und emotionaler Ausgelassenheit in einer ansonsten immer stärker geregelten und kontrollierten Gesellschaft vor.

Dieser Absatz spiegelt in meinen Augen ziemlich gut den Tenor im Artikel wieder.

Nur weil Frauenfußball weniger Fouls hat, Frauen nicht jede kleine Schiedsrichterentscheidung im Rudel diskutieren oder hämisch kommentieren, weil Frauen nicht brutale Fouls begehen und die Verletzung des Gegners/Gegnerin in kauf nehmen ist der Frauenfußball nicht weniger Leidenschaftlich. Nicht weniger Kämpferich. Auch der unbedingte Wille zum Sieg ist vorhanden.

Auch im Männerfußball geht man immer mehr dahin nicht dem Gegner den Ball abzugrätschen sondern den Ball stehend zu erkämpfen um direkt weiter zu spielen. Frauen scheinen da also auch weiter zu sein.

Wer die Spiele der Frauenfußball WM sieht und nicht einen K(r)ampf Dortmund vs. Schalke oder Dortmund vs. Bayern oder so erwartet der sieht tollen Fußball. Technisch schön. Leider bisher wenig Tore, aber gute Chancen.

Ich freue mich auf alle weiteren Spiele der WM und auch auf das ein oder andere Spiel unserer Damen das es ins (Live-)Fernsehen schafft!

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