Als großer Tom Clancy Fan und als ehemaliger Obermaat für mich genau das Richtige.

Meer der Schatten Cover_thumb

“Meer der Schatten” vom Jeff Edwards, erschienen im Kulturverlag Polzer

Beschreibung des Verlags:

Schlage den Feind mit seinen eigenen Waffen…

Für die Fans von Tom Clancy, Stephen Coonts, Joe Buff, und Dale Brown…

Unterlegen… in der Bewaffnung, in der Bewegungsfreiheit und in Gedanken – die einzige Überlebensmöglichkeit liegt im totalen „Über Bord Werfen“ aller bekannten Regeln.
Ein kleiner Unfall in einem deutschen Atomreaktor, eine Attacke biologischer Kriegsführung auf die britische Botschaft in Washington, D. C. und ein geheimes Waffengeschäft führen dazu, dass ein zuverlässiger Alliierter der NATO sich mit einem Schurkenstaat im Nahen Osten verbündet. In einer Welt am Rande des Krieges müssen eine Handvoll von US-amerikanischen Kriegsschiffen eine Flotte an modernsten U-Booten jagen und zerstören.
Ihr Feind ist geübt in Tarnen und Täuschen und außergewöhnlich tödlich. In jeder Hinsicht unterlegen, müssen die Besatzungen der US-amerikanischen Kriegsschiffe all ihre Regeln über Bord werfen und genauso verschlagen und tödlich hinterlistig werden wir ihr Feind.

Meine Meinung:

Man merkt das der Autor in seiner Materie ist. Als ehemaliges Mitglied der US Navy weiß Jeff Edwards genau wovon er schreibt. Zumindest wenn es um die US Seite geht.

Mit großer Detailverliebtheit und viel Hintergrundwissen wird uns eine packende Geschichte über den Kampf einer Gruppe von US Navy Schiffen gegen ein Wolfsrudel deutscher U-Boote geschildert. Die Personen haben alle eine “Geschichte”, sind rund und stimmig. Echte Typen. Ich würde behaupten hier hat sich der Autor an seinen ehemaligen Kameraden und Kameradinnen orientiert.

Im Buch geht es darum das sich der deutsche Bundeskanzler dazu entschlossen hat vier U-Boote der neuesten Generation 212 (im Buch sind es 212B, aktuell sind die 212A) an den Schurkenstaat Siraj (wohl eine Erfindung des Autors um kein konkretes Land zu beschuldigen, warum hat er das nicht auch mit Deutschland gemacht?) und seinen Diktator auszuliefern obwohl gegen Siraj ein Embargo der UNO aktiv ist. Das verbietet allen Mitgliedsstaaten die Waffenlieferung an Siraj. Doch die Deutschen wollen sich nicht an das Embargo halten denn es wird vermutet das Siraj (ein Ölstaat) mit Rohöl bezahlen will. Dieses Öl benötigt Deutschland unbedingt denn sonst würde die Wirtschaft nahe dem Zusammenbruch sein. Deshalb schickt der Kanzler vier U-Boote auf dem Seeweg nach Siraj und der US-Präsident schickt vier Schiffe dagegen. Ein Duell der beiden Gruppen entwickelt sich mit Trickreichen Manövern und viel Spannung.

Die Seegefechte und das Duell der beiden Nationen ist gut aufgebaut. Spannend und Detailreich. Mit überraschenden Blickwinkeln.

Aber leider kann ich mich mit der Rolle der Deutschen in dem Buch nicht ganz anfreunden. Nicht nur weil ich Deutscher bin und man selbst bei relativ geringem Patriotismus jeder Deutsche aufschreien muss wenn wir so dargestellt werden, so sind auch einige Fehler enthalten, die aus meiner Sicht nur daraus resultieren können das viele Amerikaner ein falsches Bild von Deutschland und Europa haben.

Das Deutschland auch mit zwielichtigen Staaten Waffengeschäfte macht dürfte soweit bekannt sein, aber das wir es so nötig haben sogar gegen NATO Partner zu kämpfen ist schon ein wenig weit hergeholt. Eine solche Ölknappheit dürfte in Deutschland wohl weit entfernt sein.

Auch ist die Kommandokette der Deutschen falsch dargestellt, denn vier U-Boote mal eben losschicken wäre wohl keine Geheimoperation und auch nicht so einfach möglich da der deutsche Bundeskanzler (OK im Moment ist es Angie) nur im Verteidigungsfall das Kommando über die Streitkräfte übernimmt.

Es scheint auch so als wenn in den USA jeder Befehl den der Präsident gibt nicht abzulehnen ist egal wie falsch er ist. Gehe ich mal davon aus, denn diese Doktrin überträgt der Autor auch auf die deutschen Streitkräfte. Denen ist es aber sehr wohl gestattet einen Befehl zu verweigern wenn dieser offenkundig Rechtwidrig ist und / oder eine Straftat beinhaltet. In einigen Fällen ist der Gehorsam sogar zu verweigern. In Deutschland kann man sich nicht darauf berufen “Der hat das aber Befohlen”. Den U-Boot Besatzungen ist das wohl so nicht bekannt.

Die Übersetzung kränkelt in meinen Augen auch ein wenig. Dabei hätte man sich mit den Dienstgraden, gerade der US Streitkräfte, mehr Mühe geben können. Mal werden deutsche und mal englische Bezeichnungen verwendet. Ich finde es OK wenn man in der deutschen Übersetzung die Dienstgrade nicht mit Übersetzt und nicht so was wie einen Oberleutnant in der US Navy erschafft. Dafür werden aber die Kapitäne der US Schiffe durchgängig als Captain bezeichnet.

Bei der Anrede des deutschen U-Boot Kommandanten gab es auch den ein oder anderen Fehler, ob der aus der Übersetzung stammt oder auch wieder das Verhalten von US Soldaten auf Deutsche übertragen wurde kann ich nicht sagen, aber es ist nun mal unüblich seinen Kommandanten mit “Sir” anzureden.

Das Buch kam als Ebook zu mir, ein PDF.
Das PDF war frei und es war also möglich mit Calibre das Buch in ein anderes Format zu konvertieren. Ich lese lieber auf meinem Reader oder dem iPhone, aber da macht ein PDF wenig Spaß. Dabei viel mir aber ein unschöner Verarbeitungsfehler auf. Denn die Zeilenumbrüche die im PDF zu sehen sind, sind keine automatischen Umbrüche sondern eingefügte, so das im konvertierten Buch immer Leerzeilen entstanden sind die vor allem beim lesen auf dem iPhone gestört haben. Auf Grund des begrenzten Bildschirms musste man häufiger Blättern als nötig gewesen wäre. Mit der “Speichern als Text” Funktion des Adobe Readers wurden die ganzen Zeilenumbrüche sichtbar, lauter CR LF.

Fazit:
Packendes Buch mit einigen Schwächen. Kann ich aber guten Gewissens weiter empfehlen.

Zu kaufen gibt es das Buch hier: Meer der Schatten

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